Nach dem gestrigem Theaterspiel; “Unter Hempels Weihnachtsteppich” und dem heutigem 2-stündigem Weihnachtsmarktbummel mit Sohnemann, bin ich nun auch weihnachtlich eingestimmt.
Hoch oben, auf dem Schrägseil, konnte ich quer über dem Weihnachtsmarkt den Weihnachtsmann im Schlitten, vom Rentier gezogen, sehen, aber im Marktgetümmel bin ich ihm nicht begegnet.
Morgen singe ich Weihnachtslieder mit den deutschstämmigen russischen Mitbürgern und Mittwoch ist mit der Chorprobe auch gleichzeitig unsere Weihnachts-Jahresabschluß-Feier.
Gestern Abend hatten wir unsere “Stiefel/Schuhe” geputzt, um heute Vormittag zur Hausärztin zu fahren und nicht, um Süßigkeiten vom Nikolaus zu erhalten.
Der Gang zur Hausärztin ist kurz vor Jahresende noch notwendig, damit auch die Medis bis über den Jahreswechsel reichen. Ohne Medis keine Gesundheit und somit habe ich einen gut eingestellten Blutdruck und fühle mich wohl.
Leider ist Männe gesundheitlich recht angeschlagen und deshalb bekam er von der Ärztin eine Einweisung ins Krankenhaus. Von der Arztpraxis nach Hause, gleich mit Sohnemann telefoniert, Tasche packen und die Krankentransporteure standen dann auch bald vor der Tür. Nachdem Männe schon 1/4 Stunde fort war, kam Sohnemann. Wir aßen zusammen und 1 3/4 Stunde später rief Männe an, daß er schon wieder nach hause kommen kann und Sohnemann ihn bitte mit unserem Auto abholen soll. Keine stationäre Behandlung.
Ab 17 Uhr sangen die russisch-deutschstämmigen Mitbürger auf dem kleinen Vorplatz des Bahnhofes, wo ein paar Weihnachtsstände aufgestellt waren. Dort bin ich hin, um ihnen zuzuhören. In diesen Ständen präsentierten sich mehrere allgemeinnützige Verbände aus Marzahn.
Heute Nachmittag zu 16 Uhr, gingen meine Bekannte/Freundin und ich zum Singekreis der deutschstämmigen Mitbürger aus der ehemaligen Sowjetunion und verbrachten ein erstes gemeinsames Treffen beim Singen von Weihnachtsliedern, aber auch anderen.
Mit viel Freude wurde unsere Anwesenheit aufgenommen und wir hatten auch reichlich Spaß mit ihnen zu singen. Die sangesfreudigen Damen sangen alles in Deutsch, aber wir baten sie auch einige Lieder aus ihrer russischen Folklore, in ihrer Sprache, anzustimmen. Sie sangen dann extra fröhliche Weisen und damit waren sie so richtig in ihrem Element und das gefiel uns ganz toll und wir konnten sogar teilweise mitsingen. Mit La- La- La waren wir dabei.
Die 2 Stunden Singezeit verflog wie im Fluge. Es war ein schöner, taktvoller Nachmittag, den wir uns als festen Termin weiterhin einplanen. Man gab uns das Gefühl und das Angebot, gern gesehene Mitsänger zu werden.
… Der Weihnachtsbaum, den ich als Kind mit meinen Eltern 1 Woche zuvor auf dem Weihnachtsbaum-Verkaufsplatz aussuchte und auch gekauft wurde. Dann wurde er längs vor dem Fenster, auf dem Fensterbrett liegend, rechts und links angebunden, damit er frisch blieb.
Als Kind freute ich mich jedes Weihnachten auch auf die große Schüssel Mohnpielen, die die Mutter zubereitete. Gemahlenen Blaumohn mit heißer Milch übergossen und kleine Schrippenbrocken/Stücke druntergemischt. Mit hinzu kamen noch Rosinen und gehackte Mandeln und etwas Zucker. Diese Zutaten mußten dann noch 1/2 Tag durchweichen-durchziehen.
Auch gab es Bratapfel in der Kachelofen-Röhre gemacht. Apfelsinen-und Mandarinenschalen wurden ebenfalls in die Ofenröhre gelegt, damit sie beim Trocknen einen tollen Duft abgaben.
Auf dem Tisch stand, trotz Weihnachtsbaum, noch eine Kerze, woran die Eltern öfters einen kleinen Tannenzweig hielten, bis die Nadelspitzen glimmten. Somit wurde im Wohnzimmer noch zusätzlich ein intensiverer, wohliger Tannenduft erzeugt.
Ich durfte nie den Tannenzweig ans Licht halten, obwohl ich es so gerne machen wollte. Erst mit ca 10 Jahren ließen mich die Eltern das auch machen.
Bis 1966 hatten wir echte Kerzen am Weihnachtsbaum. Damit diese auch einen ordentlichen Halt hatten, wurden vom Vater dünne, grün gestrichene Leisten am Stamm der Fichte, in 6 Ebenen angebracht, auf deren Enden die Kerzen befestigt wurden. Der Löschwasser-Eimer stand immer neben dem Baum.
Die Weihnachtsbäckerei spielte eine große Rolle in meiner Kindheit und auch Jugendzeit. Mutter wartete bis ich aus der Schule kam und dann gings los.
Zuvor hatte sie schon vormittags den gekauften Mohn im Geschäft mahlen lassen und wir zwei holten ihn dann ab und das Backvergnügen konnte beginnen. Es ging immer recht fröhlich zu dabei, denn Mutti und ich sangen zweistimmig Weihnachtslieder und somit ging das Teigrühren und -kneten, Ausrollen und Ausstechen flott von der Hand.
Zu Weihnachten gabs bei uns dann Hefeteig-Mohnstollen und Napfkuchen mit Rosinen, Mandeln und Zitronat. Für mich buk die Mutter immer noch mehrere Hefe-Männeken dazu, auf die ich mich besonders freute.
Mit unseren beiden Jungs backte und baute ich jahrelang große Pfefferkuchenhäuschen aus selbst gefertigtem Teig, die sogar beleuchtet wurden und durch die Adventszeit hindurch, bis sogar in den Juni hinein, als Märchenhäuschen stehenblieben. Auch für den 4-jährigenEnkel hatte ich noch eins gefertigt. Dann war Schluß.
Zum Pfefferkuchenhäuschen gabs ja trotzdem noch den “bunten Teller”, so daß die Versuchung des Knabberns am Häuschen nicht aufkam.
An diesem Wochenende bin ich zu 2 Veranstaltungen. Am Samstag singe ich mit unserem Seniorenchor im vorweihnachtlichem Benefizkonzert der Bürgerstiftung Lichtenberg und am Sonntagabend bin ich im Berliner Tschechow-Theater, einer interkulturellen Begegnungsstätte und schaue mir die Veranstaltung ” Zum 20. Todestag von Helga Hahnemann” an.
Den 2. Dezember habe ich auch schon als festen Termin für mich, da singt dort der Chor “Annuschka” aus Halle und der Chor “Vision” aus Berlin-Marzahn.
10. Dezember, unserem 35. Hochzeitstag, sind Männe und ich abends auch zu einer Aufführung im Tschechow-Theater. Das Stück heißt; “Bei Hempels unterm Weihnachtsteppich”. Es wird als ein musikalisches Weihnachtsjuwel angepriesen, was sich singend, klingend, rezitierend und philosophierend präsentiert.
Eine Weihnachtsfeier mit Programm, am 22.12. auch in diesem Theater, beendet dann unsere beider Vorweihnachtszeit.