Der jüngere Sohn rief an und fragte mich mittags , was ich mache. Sein Vorschlag, in den tief verschneiten Winterwald zu fahren, gefiel mir und wir verabredeten uns zu 13.30 Uhr an der Straßenbahnhaltestelle in seiner Wohnortnähe. Um dort hin zu kommen, mußte ich erst mit der S-Bahn fahren und in die Straßenbahn umsteigen, damit ich auf meinen Sohn treffe, der zur Straßenbahnhaltestelle gelaufen kam und schon auf mich wartete. Da ich nicht in der richtigen Straßenbahnlinie ankam, stieg ich aus und Sohnemann wartete mit mir auf die kurz darauf richtige Linie, die uns beide an den Waldrand von Köpenick brachte.
Von dort aus wanderten wir geradeaus die herrliche, breite und tief verschneite Waldschneise direkt bis auf den Müggelsee zu. Wir liefen langsam und ich genoß beim öfterem Stehenbleiben die wunderbare Winterruhe bei Sonnenschein, die klare, frische Winterwaldluft und die Windstille, die einen wunderbaren Samstagnachmittag, mit jedoch frostiger Temperatur, recht mild erscheinen ließ.
Auch eine Bankpause von 10 min, die mit einer sehr schönen, dicken, weißen Flockendecke belegt war, die ich ein Stück locker bei Seite schieben konnte, hatte ihren extra Reiz. Eine sehr erholsame Ruhephase. Wir liefen dann weiter und über uns zogen laut schnatternd ein Schwarm Wildenten entlang.
Am Seeufer angekommen, sahen wir nur in eine watte-weiße Nebelwand und der Müggelsee war unsichtbar. Die Nebelschwaden zogen in den Winterwald hinein und in der Ferne der Ufer-Promenade, auf der wir entlang liefen, stand der Nebelschleier quer darüber.
Dieses Phänomen hatte ich so auch noch nicht erlebt. Mitlerweile war der fast runde, weiße Mond schon prächtig am Himmel, nachdem ich noch kurz zuvor die strahlend hellrote Sonne, blendend durch die Kiefern sah.
Nach 2 Stunden stapfen durch den Schnee, waren wir wieder mit dem Bus auf Heimreise. Es waren viele Spaziergänger unterwegs, auch mit Schlitten und Kindern, Skilangläufer, Jogger und schneefreudige Hunde.