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So war das

Ab der 8. Klasse hatten wir auch Unterrichtstag in der sozialistischen Produktion ( UTP ) – Praxis und die Theoriestunden Einführung in die sozialistische Produktion ( ESP )

Den Unterrichtstag in der Praxis verbrachten wir einen Schultag lang im Patenbetrieb  unserer Schule, wo wir in den verschiedenen Abteilungen und in der Lehrwerkstatt des Betriebes eingesetzt wurden. Unter Anleitung des Lehrmeisters in der Lehrwerkstatt oder der Kollegen aus den Brigaden der Abteilungen, arbeiteten wir Schüler in der laufenden Produktion mit.

Als der Betrieb im Produktionsplan-Rückstand steckte, wurden wir Schüler der nun schon 9. Klasse, für 14 Tage vom Schulunterricht befreit und wurden als Leistungsarbeiter in die Betriebsproduktion delegiert.

Ich war in der Abteilung Kohlebürsten, wo diese maschinell  ihre Füllung bekamen.  Ich mußte die  Presse bedienen und diese Arbeit ging mir auch gut von der Hand und dadurch bekam ich nach dem Arbeitseinsatz auch den höchsten Leistungslohn von 150.- M ausgezahlt.

Ich kaufte mir nun von meinem ersten  selbstverdientem Geld ein Sommerkleid. Das war ganz was Besonderes für mich.

Meine Eltern kritisierten diesen Arbeitseinsatz von der Schule und hatten dadurch auch Ärger mit der Schulleitung. Da ich auch nicht zu den schulisch organisierten Ernteeinsätzen mitgefahren bin, die immer freiwillig, aber doch eingefordert wurden, war eine gewisse Spannung zwischen dem Elternhaus, dem Direktor der Schule und der Klassenlehrerin.

Ich genoß mit meinen Eltern jede Schulferien-Zeit bis zum Ende der 10. Kl. In den Sommerferien machten wir 4-6 Wochen Erholungsurlaub an der See, in den Bergen oder auf dem Lande beim Onkel.

Erst in der Ausbildungszeit an der Med. Fachschule, war ich dann einmalig zu einem Kartoffel- Einsatz in Teterow, der auch von der Fachschule organisiert wurde.

4 Kommentare zu “So war das

  1. Liebe Brigitte,
    Ich finde das auch nicht richtig, daß man Schüler für die Produktion hrangezogen hat. aebr auf der nderen Seite hat es sicher auch Spaß gemacht. Diese Art von Unterricht habe ich nicht kennen- gelernt. Und wir mußten auch nicht zu irgendelchen Ernte-Einsätzen.
    Liebe Grüße
    Irmi

  2. Guten Morgen, liebe Brigitte 🙂

    ja, das ist natürlich “zweischneidig”, Schüler für solche Arbeitseinsätze heranzuziehen, wenn es in der Produktion Engpässe gab. Und “freiwillig, aber doch eingefordert” ist ja auch ein Widerspruch in sich. Da kann ich deine Eltern schon verstehen, dass sie das nicht gut fanden. Andererseits wird man evt. auch ein bisschen zum Aussenseiter, wenn man zu den wenigen gehört, die nicht mit dabei sein dürfen (sowas hab ich durch Verbote meiner Eltern als Schüler erlebt und fand es ätzend).

    Wenn es Euch allerdings auch Spass gemacht hat – und der Einsatz ja auch gut belohnt wurde, so dass du dir etwas Schönes kaufen konntest – dann hat das natürlich auch eine positive Seite 🙂

    Ich find es unheimlich interessant, deine Erzählungen von früher zu lesen 🙂

    Ganz liebe Grüsse an dich zum Wochenbeginn, und für Tamy einen lieben Krauler,

    Ocean

  3. Liebe Brigitte, ich hänge etwas hinterher, hab momentan viel zu tun.
    An die produktive Arbeit kann ich mich auch noch gut erinnern. Wir hatten unsere Einsätze in einem Betonwerk, ich bin da nicht gern hingegangen. Nicht, dass ich nicht arbeiten wollte, aber als Mädchen allein in einer Männerabteilung – ich hasste diese Tage. In anderen Bereichen ging das dann, wir waren dann auch mehrere Mädchen zusammen.
    Schöne Erinnerungen hast Du wieder aufgezeichnet.
    Liebe Grüße von Kerstin. 😉

  4. Hallo Brigitte,
    sicher muss man das von zwei Seiten sehen. Aber wenn es Euch Spaß gemacht hat und Ihr Geld verdient habt, war es doch in Ordnung. Schade, dass sich Deine Eltern da so gestreubt haben.

    Liebe Grüße und einen schönen Wochenbeginn
    Katinka

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