Meine Kennlernstory, anno 1976 ?>

Meine Kennlernstory, anno 1976

Ich wohnte mit meinem 10 1/2 jähr.Sohn in einer Dienstwohnung im Krankenhausgelände.
Dadurch kam ich mit unserer Pförtnerin öfters in’s Gespräch. Wir unterhielten uns auch
über die Fernsehfilme und -Beiträge, welche ich aber nur bei meinen Eltern sehen konnte,
weil ich kein eigenes TV-Gerät hatte. Ich mußte erst ansparen, um mir einen Fernseher
kaufen zu können.
Da empfahl mir die Pförtnerin einen netten, zurückhaltenden, jungen Mann, einen
Arbeitskollegen ihres Sohnes, der einen gebrauchten Fernseher verkaufen wollte.
Sie setzte sich mit ihrem Sohn in Verbindung und der gab seiner Mutter die Tel.-Nr.
von der Arbeitsstelle seines Kollegen, damit ich persönlich mit ihm in Kontakt treten
konnte und sie riet mir noch, schaue dir nicht nur den Fernseher an, sondern auch den
netten Herrn, der ist zwar ein sehr Stiller, aber du kannst ja mal schauen. Da wollte ich
natürlich nicht drauf reagieren, aber ’nen neuen TV konnte ich mir nicht leisten. Also
stand ich am 25.Sept.1976 verabredet vor seiner Tür, stellte mich und meinen Sohn mit
Namen vor und hatte mein Anliegen vorgetragen. Bat auch gleich um Einlaß, weil ich ein
Gespräch dieser Art nicht unbedingt an der Tür machen wollte.
Der junge Mann erschien mir im ersten Moment sehr verhalten freundlich und sein ruhiges,
gesetztes Wesen sprach mich sofort an. Meinem Sohn gegenüber war er ebenfalls sehr nett
und aufmerksam. Wir unterhielten uns an diesem ersten Tag unserer Begegnung sehr lange
und nicht nur über den Verkauf seines TV-Zweitgerätes. Eine kurze, sehr leise, umschriebene
Bemerkung von ihm, daß ja ein Fernsehgerät vorhanden sei, überhörte ich und dann, nach
einem Film-Abend zu Dritt auf derCouch, verabschiedeten wir uns. Die Pförtnerin fragte am
nächsten Tag, wie es gelaufen ist und hatte schon ein Radio zur Reparatur in ihrer Hand,
damit ich wieder zu diesem Herrn fahren mußte, auch weil sie Dienst hatte. Mir war es Recht
und so waren ich und mein Sohn wieder nach 3 Tagen bei ihm. Das ging so einige Tage hin und
her. Meinem Sohn gefiel der junge Mann auch und er konnte sich ihn als Vater vorstellen.
Ich hatte etwas länger dazu gebraucht, mir ihn für mich bzw. uns zu gewinnen, obwohl ich
nicht abgeneigt war, eine gefühlsbetonte Freundschaft aufzubauen. Da aber auch er sich
Gedanken um eine Familie machte, beschlossen wir nach fast 4 Wochen gemeinsam in seiner
1-Raum-Wohnung zu leben. Nach weiteren 4 Wochen entschieden wir uns zu heiraten, trotzdem
ich erst frühestens im Februar bereit war, aber Wolfgang wollte schon Weihnachten eine
Familie haben und wir bekamen auch sehr schnell, kurzfristig, noch einen Hochzeitstermin,
weil die Standesbeamtin zufälligerweise die Mutter eines ehemaligen Mitschülers von
Wolfgang war. Sie traute uns.
So war unsere Hochzeit am 10. Dez. 1976 und im nächsten Jahr sind wir 30 Jahre verheiratet. Vom 25.Sept. bis 10.Dez.1976 waren es 11 Wochen.
Drum prüfe, wer sich ewig bindet.
Heute gibt es keinen Fernseher ohne Fernbedienung.
Ich aber kaufte einen Fernseher mit Mann, den ich nicht mal bezahlen mußte.
Der Mann ist ohne Beanstandungen heute noch in Gebrauch, jedoch der Fernseher
schon mehrmals ersetzt worden.

6 Kommentare zu “Meine Kennlernstory, anno 1976

  1. Liebe Brigitte!

    Frau kauft Fernehgerät incl. Mann! :-))
    Der Fernseher ist schon mehrmals ersetzt worden,
    der Mann tut immer noch gute Dienste!

    In dieser Kurzform hättest Du es bei mir
    reinsetzen können, kannst Du immer noch! :-))

    Aber ich gönne Dir Deinen eigenen Spass!:-)
    Es ist nett zu lesen!

  2. Gute Frauen haben auch gute Männer! ;))
    …oder umgekehrt!
    Bei den Scheidungsraten „heute“
    kann man nur mit dem Kopf schlackern!
    Schönen Sonntag wünsche ich Dir und Deinem Mann!
    Auf dass er noch lange läuft …und läuft… und läuft!;-))

    Grüssileins
    Ich musste es in 2 Teilen schicken!
    Sonst nimmt Dein Blog es nicht An!!!!

  3. Liebe Brigitte,
    das ist ja eine wunderschöne Geschichte aus Deinem Leben. Ich drücke Euch beide Daumen für eine weitere schöne und gemeinsame Zeit.
    Einen schönen Sonntag nach Marzahn mit Grüssen vom Bodensee
    Karin

  4. Hallo Brigitte, schön, dass du uns die Geschichte hier erzählst :-)))

    Wer hat schon die Gelegenheit einen Fernseher mit Mann zu kaufen :-)))

    Einen schönen und sonnigen Nachmittag wünsche ich euch, Helga

  5. Hallo Brigitte,
    das ist auch eine sehr schöne Geschichte. Bin von Karin, neugierig, wie ich bin, auf deine Seite gekommen, um auch deine Geschichte zu lesen. Ich freue mich über jede glückliche und funktionierende Beziehung, von der ich lese.
    Ich wünsche euch beiden alles Gute.
    Liebe Grüße, Irmgard

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