Eingesperrt in Gottes Gemäuern ?>

Eingesperrt in Gottes Gemäuern

Anno 1970 machte ich mit meiner Freundin eine 8-tägige Reise in den Harz, nach Thale.Von dort aus starteten wir nach Quedlinburg, Wernigerode,  durchwanderten das Bodetal und besuchten die Felsenmauer bei Ballenstaedt, fuhren mit der Gondel-Seilbahn zum Hexentanzplatz hoch und wanderten bergauf zur Roßtrappe.

Auf der Rückreise von Thale fuhren wir mit dem D-Zug über Halberstadt und machten dort für 1/2 Tag noch einen Zwischenstop, um uns die Stadt und den Dom anzuschauen.

Der Dom war aber geschlossen, denn kurz vor unserem Eintreffen vor Ort, war die Führung durch das Dominnere und besonders die Domschatzführung beendet, was wir an der Tafel vor dem Domeingang lasen.

Meine Freundin, die 3 Jahre älter als ich und Lehrerin für Geschichte und Kunstgeschichte/Zeichnen war, wollte aber unbedingt nun rein, also klingelte sie an der Seitentür zu Privaträumen und es öffnete uns ein freundlicher Herr. Dem erzählte sie, daß wir auf Durchreise sind, wir uns das Dominnere anschauen möchten und das sie außerdem als Lehrerin noch ein  starkes berufliches Interesse an der Besichtigung  und insbesondere an dem Domschatz hat.

Der Herr war zeitlich/terminlich verhindert, so daß er uns beide nicht noch einmal extra durch den Dom führen konnte und so überließ er uns, nachdem er uns das Tor zum Dom öffnete und dann hinter uns wieder verschloß, allein das Anschauen und wir konnten auch leider nicht den Domschatz betrachten, denn das geht nur mit einer Führung. Aber es war trotzdem sehr interessant.

Nach einer Stunde Staunen und Stille im Domgemäuer, wir nahmen die Ruhe so richtig in uns auf und waren von der Architektur und unseren Eindrücken sehr begeistert, liefen wir zum Tor zurück, aber die Tür öffnete sich nicht. Auch nicht nach 2 Stunden. Wir warteten sogar 2 3/4 Std, liefen in den Wandelgängen hin und her und kamen uns vor wie Klosterdamen in tiefen Gedanken an Gott, aber wir machten uns Sorgen um die Weiterfahrt nach Berlin, wann wir wieder aus dem Gotteshaus entlassen werden. Dann endlich öffnete sich das Tor zur Außenwelt und der Kirchenangestellte beichtete, daß er uns nach der einen Besichtigungsstunde schlichtweg vergessen hatte.

Somit wurde es mit der Zeit recht eng, unsere beabsichtigte Bahnfahrt noch an diesem Tage fortzusetzen. Kurz vor Abfahrt des Zuges kamen wir am Bahnsteig an und eine schöne, erlebnisreiche Reise ging zu Ende.

9 Kommentare zu “Eingesperrt in Gottes Gemäuern

  1. Nun, ich habe es nicht so mit der Kirche und die Gotteshäuser sind mir manchmal etwas zu düster.

    Es gibt aber durchaus auch sehr sehenswerte Kirchen!!!

    Du schreibst wirklich sehr schön!

    Ich wünsche dir ein wundertolles Wochenende!!!

    LG aus Stetten a.H.

    Ute

  2. Hallo Brigitte!

    Ja Kirchen sind großartige Bauweke. Sie haben einen beruhigenden Einfluß. Der Lärm, die Hecktik ist mit dem schließen der Eingangspforte wie ausgesperrt. In der Ruhe entdeckt man immer wieder etwas großartiges, einmaliges im Innenraum. Offtmals finden dann die Gedanken zu einem selber.
    Ein sonniges Oktoberwochende wünsch Dir und Deinem Männe
    Peter.

  3. Hallo Brigitte,
    obwohl ich Kirchen sehr liebe, möchte nicht in einer eingesperrt werden.
    Aber nach der Schilderung, habt ihr einen wunderschönen Tag verbracht.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    wünscht Irmi

  4. Hihi – das ist eine witzige Geschichte, wie sie nur das Leben selbst schreiben kann.
    Kirchen betrachten ist immer schön, schön ruhig und schön von der Architektur her.
    Ich wünsche Dir noch einen sonnigen Nachmittag, liebe Grüße von Kerstin.

  5. Guten Morgen, liebe Brigitte 🙂

    1970 ist mein Geburtsjahr 😉

    ui, das muss aber ein komisches Gefühl gewesen sein, als Ihr gemerkt habt, daß Ihr eingesperrt seid! da würd ich wohl erstmal Panik bekommen.

    Aber ansonsten liest sich das nach einem wunderschönen Tag 🙂

    Kirchen besichtige ich auch sehr, sehr gerne!

    Einen schönen Wochenstart wünsch ich dir und sonnige Herbsttage ..liebe Grüsse und ein dicker Krauler für Tamy,

    Ocean

  6. *ggg* ich wäre gern bei all den unternehmungen dabei gewesen!

    moin brigitte, das bodetal kenne ich teilweise aus eigener anschauung, der dom hätte mich auch interessiert und für abenteuer bin ich immer zu haben 😆 .
    sei lieb gegrüsst!

  7. Hallo Brigitte,
    in Thale war ich ja auch kürzlich….

    Das war sicher aufregend, auch wenn Ihr in dem Moment wohl einfach nur da raus wolltet….anschließend hat man etwas zu erzählen 🙂

    Starte gut in die neue Woche, liebe Grüße
    Katinka

  8. Liebe Brigitte,
    deine Erinnerungsberichte gefallen mir alle recht gut. Bei dem Aktuellen, hätte ich aber ganz schon ” Bammel ” bekommen.

    Wünsche dir noch einen angenehmen Nachmittag.
    Liebe Grüße, Anke

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