Aus dem Fenster gucken, … ?>

Aus dem Fenster gucken, …

… war als Kind auch immer interessant. Unsere 2 -Zi-Wohnung war im 1. Stock, in der ich mit meinen Eltern ab meinem 4. Lebensjahr bis zum Neunzehnten gewohnt hatte.

In der gleichen, gegenüberliegenden Wohnung lebte eine Familie mit einem mir 8 Jahre älterem Mädchen und einem Jungen meines Alters. Es entstand zwischen ihm und mir eine schöne Kinderfreundschaft.

Wenn  Draußen kein Spiel-Wetter war, also eher regnerisch oder unangenehm kalt-windig, dann schauten Dieter und ich auch gern mal jeder für sich, aber doch gleichzeitig, aus unserem Badestubenfenster.

Zwischen diesen war nur das Treppenhaus-Flurfenster und so konnten wir uns auch gut unterhalten.

Oftmals gabs dann abgeschnittene, frische, dunkle Brot- Butterstullen, gerade von der Mutter vom Bäcker eingekauft, mit Pflaumenmus bestrichen, in die Hand, oder auch Weißbrotstulle mit Butter und Zucker drauf, die ich besonders gerne aß. Hatte ich die Stulle in der Hand, dann holte sich auch Dieter sofort eine Marmeladenstulle von seiner Mutter.

So verbrachten mein Nachbarjunge und ich nicht nur beim Spiel auf dem Hof mit den anderen Kindern, oder in den Gängen der Gartenkolonie unsere Freizeit, sondern auch beim -aus dem Fenster schauen- auf die Straße, die Straßenbahn, Autos und den Leuten, die vorbei gingen und hatten beim Rausgucken die Füße/Kniee immer auf dem Klodeckel.

Dieser Junge starb mit nur 20 Jahren an Lymphdrüsenkrebs. Eine Woche zuvor hatte ich ihn noch besucht, nachdem ich mit meinen Eltern schon 1 Jahr zuvor in eine größere Wohnung umgezogen war. Diese Kinderfreundschaft hatte bis zu seinem Tode Bestand und sie würde sicher auch heute noch bestehen.

9 Kommentare zu “Aus dem Fenster gucken, …

  1. Liebe Brigitte,
    eien schönde und gleichzeitig auch traurige Geschichte über eine Kinderfreudschaft.
    Ein Butterbrot mit Zucker drauf – an das kann ich mich auch noch erinnern. Ob es sows heut noch gibt?
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Irmi

  2. Hallo liebe Brigitte,
    ich winke mal kurz zu dir rüber und danke für deine lieben Kommentare. Ich bin heute aus meinem Spanien-Urlaub zurückgekehrt, deshalb hast du so lange nichts von mir gehört.
    Ein schönes Wochenende für Dich und deinem Männe!

    Grüßle
    Traudi

  3. Liebe Brigitte,

    wirklich traurig, dass Eure Freundschaft so enden mußte – so früh. Aber Ihr hattet schöne Stunden miteinander – das liest sich richtig toll! ich kann mir wieder alles richtig bildlich vorstellen.

    hmm – Weißbrot mit Butter und Zucker, auch für mich eine leckere Kindheitserinnerung!

    Ganz liebe sonnige Sonntagsgrüße an dich 🙂
    Ocean

  4. Schön, aber leider mit traurigem Ausgang. Solche Kindheitserinnerungen bleiben ein Leben lang, wogegen man andere Dinge komischerweise schnell vergisst.
    Wir haben als Kinder gern im Dunkeln durch fremde Fenster geschaut, kam uns immer vor wie der Blick in die Puppenstube. Das mach ich heut noch gern, hab ich aber glaub ich schon mal erzählt.
    Liebe Abendgrüße von Kerstin.

  5. Liebe Brigitte,

    Kinderfreundschaften sind was Wunderbares. Schade, dass der Junge so früh sterben musste.
    Ich denke auch, dass Ihr heute noch Kontakt haben würdet, wäre er noch da! Wer weiß! Auf alle Fälle hast Du schöne Erinnerungen an diese gemeinsame Kinderzeit!

    Und wieder einmal passt der Spruch:

    Erinnerungen sind das einzige Paradies,
    aus dem man nicht vertrieben werden kann!

    Wie wahrr!

    Liebe Brigitte, ich hoffe, es geht Dir und Deinem Männe gut. Ich wünsche Euch eine schöne, gute, neue Woche!

    Herzlich Renate ♥

  6. Oh, diese Weißbrot-Butter-Zucker-Vorliebe hatte ich auch! Und soll ich dir was verraten? Warme Nudeln mit Zucker und Butter gingen immer!!

    LG aus Stetten a.H.

    Ute

  7. Liebe Brigitte,
    so eine schöne Kindheitserinnerung, und auch so eine traurige. Ja, das Schicksal ist manchmal wirklich grausam.
    Ich bewundere dich, wie du alles noch so gut im Kopf hast. Hast du Tagebuch geführt?
    Wir waren 15 Tage am Gardasee und am Wochenende habe ich dann gleich noch meine Blogfreundin Alke besucht. Daher war ich längere Zeit nicht in den Blogs unterwegs. Ich hoffe, ich finde jetzt wieder mehr Zeit dazu.
    Liebe Grüße und ich hoffe es geht euch gsundheitlich gut,
    Christa

  8. Hallo Brigitte,
    schade dass diese eigentlich schöne Geschichte über eine Kinderfreundschaft ein so trauriges Ende hat.
    Aber so ist das Leben….leider!

    Bestimmte Lebensmittel erinnern mich auch immer an meine Kindheit 🙂

    Liebe Grüße zu Dir
    Katinka

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.